Unter Faschisten in der Gropiusstadt

25.2021

von Raul Tanasescu

Beim Imbiss möchte ich mir einen Kaffee bestellen.

„Du kannst dir auch selber nehmen,“, sagt der Mann hinter der Theke, „wenn du Maske hast.“

„Hab keine.“

„Hast du Attest?“

Ich nicke, er winkt mich jovial herein, weist nach hinten, zur Kaffeekanne.

Da kommt von draußen Einer mit Maske herein, sieht mir ins nackte Gesicht.

Er runzelt die Stirn und fragt brüsk: „Wo ist deine Maske?

„Ich habe Attest.“

„Angeblich!“

„Willst du, dass ich zeige?“

„Du musst fragen, ob dir Jemand den Kaffee holt – du kannst Leute anstecken.“

Ich lasse ihn stehen, bezahle.

Draußen stelle ich mich an den Rand der Demo, schaue mir das Treiben an.

Der Typ der mich im Laden angemacht hat, taucht wieder auf.

Und plötzlich höre ich Jemanden rufen: „Verpiss Dich!“

Ich schaue mich um, ein großer Kerl kommt auf mich zugerannt, schreit mich an: „Maske auf oder verpiss dich!“.

Jetzt baut sich auch der Typ aus dem Imbiss vor mir auf; andere stoßen dazu; es dauert ein paar Augenblicke, schon bin ich von einem kleinen Mob Maskierter umringt:

„Verpiss dich von hier, verpiss dich!“ schreien sie.

Einen Augenblick später drängen sich Polizisten in Kampfmontur zwischen die Mobster und mich.

Von einem Beamten werde ich angesprochen, ich soll gehen.

Ich sage: „Ich gehe.“, er aber insistiert: „Sofort!“.

Ich wende mich um, nehme einen Schluck von meinem Kaffee, und gehe.