Das Corona-Korsett

24.4.2021

Ich bin gerade achtzehn geworden. Eigentlich wäre das Schöne an diesem Alter, dass man nicht mehr unter der Fuchtel der Eltern steht. Man hat seine Kindheit hinter sich gelassen. Meine ganze Jugend über habe ich mich darauf gefreut, meine eigenen Entscheidungen in eigener Verantwortung treffen zu dürfen. Aber was geschah nun, im Laufe des letzten Jahres? Was geschieht jetzt?

Ich bin durch die staatlichen Maßnahmen eingeschränkter und eingesperrter, als ich es jemals unter normalen Bedingungen unter der Kontrolle der Eltern gewesen wäre!

Wie soll das denn noch legal gehen – sich lieben lernen, die erste freie Reise nach dem Schulabschluss, der sorglose Clubbesuch, das sorglose „um die Häuser ziehen“, überhaupt: das Sorglose!

Fast kommt es mir vor, als würde ich diese Dinge nur noch aus Erzählungen über eine ferne Zeit kennen. Fast ist es so, als wäre nun jung sein VERBOTEN.

Die gesellschaftliche Reaktion auf Corona ist wie ein Korsett welches mich am atmen hindert, ein Zwangsjacke die mich am Umarmen hindert, eine Fußfessel die mich am gehen hindert, ein Gefängnis, dass mich am Wachsen hindert.

Ich gehe nur jeden zweiten Tag zur Schule. Es wäre mir selbst unglaublich gewesen, wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass ich mich nun nach mehr Unterricht sehnen würde. Es ist aber nicht der Unterricht selbst der mir fehlt. Mir fehlt das alltägliche, das selbstverständliche Miteinander.

Wir alle trinken. Um der Bedrücktheit des Corona-Alltags innerlich zu entfliehen. Viele von uns nehmen wesentlich mehr Drogen als vor Corona. Eigentlich machen wir uns kaputt um nicht an den Coronamaßnahmen kaputt zu gehen; auch wenn das widersinnig erscheint, aber genau so fühlt es sich an.

Ihr, die ihr euch diese Maßnahmen habt einfallen lassen! Es ist Eure Pflicht als Mandatsträger und Menschen eingedenk der Tatsache zu handeln, dass wir, die jungen Menschen die Zukunft darstellen; wir sind das Kommende, das Werdende, die zukünftige Menschheit. Wir werden die Konsequenzen all der Zerstörungen die ihr anrichtet, tragen und ertragen müssen, wenn es Euch schon nicht mehr gibt.

Wir wollen nicht die Verfügungsmasse für Eure Maßnahmen sein.

Wir wollen leben.