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von Raul Tanasescu

Es drängt sich ein Gedanke auf: wir haben es mit der Ablenkung von etwas Eigentlichem zu tun. Nicht das Virus ist die Ursache der „Krise“.

Während unsere Gesellschaft ihre Alten seit geraumer Zeit in die Heime jenseits des Wahrnehmungshorizontes zum Ableben abschiebt, werden nun gerade diese Alten als Argument zur Abschaffung unserer Menschenrechte per Dekret missbraucht. 
Das ist infam und bigott.

Offenbar befinden wir uns inmitten eines Verteidigungskampf gegen den alles infiltrierenden Gedanken der totalen Sicherheit. Der aber ist der Gedanke der totalen Überwachung. Die Idee der totalen Überwachung wiederum ist der überkompensatorische Wunsch der Mächtigen des unwägbaren Elements ihrer Berechnungen Herr zu werden. Dieses Element ist der Eigenwille des Menschen. Nach der Beherrschung und Unterwerfung dieses Willens zu sich selbst gelüstet es jede Macht.

Es ist inakzeptabel, ja indiskutabel, jetzt die Füße still zu halten, die Hände untätig in den Schoß zu legen, zu warten, zu hoffen. Dies hieße den in Jahrhunderten erkämpften Freiheiten unserer Kultur zu entsagen.

Meine Eltern sind im Sommer 1977 in die BRD immigriert weil die rummänische Gesellschaft im Griff der Diktatur unter Ceausescu erstickte. Als meine Mutter 1989 im aus dem Fernsehen erfuhr, dass Ceausescu tot war, da weinte sie – vor Freude.

Ich hatte nicht vor, den Deutschen bei der Rettung ihrer Demokratie zu helfen. Ich habe eigentlich was ganz anderes mit meinen Tagen vor.

Eigentlich will ich ein unpolitisches Leben führen, dem Schönen und dem Guten zugewandt. Gerade dazu gehörte für mich – wohl auch gemäß meiner familiären Prägung – mich aus allen Macht- und Herrschaftsfragen herauszuhalten.

Jetzt aber hat etwas meine Perspektive verändert: das Verbrechen, welches durch den Staat an der Kultur verübt wird, der ich mich – trotz allen Unbehagens – aufs Innerlichste verbunden und verpflichtet fühle.

Diesem Schreckgespenst jeder Herrschsucht, dem Eigenwillen, soll nun der Garaus gemacht werden. Das hat uns Grund genug zu sein, dass wir uns wehren. Es mag wie eine politische Positionierung wirken; eigentlich aber ist es nur eine Frage des Anstands.

Den innerlich Unfreien ist nichts Wirkliches genommen, wenn ihnen ihre äußere Freiheit genommen wird. Jenen Anderen aber, denen der Eigenwille mehr ist, als nur ein Gespenst, Jenen, in deren Alltag die Idee der Freiheit als maßgeblicher Gedanke wirkt, jenen, die sich nahe der Idee der Selbstbestimmtheit lagerten, denen nimmt der Staat nun IHRE Welt.

Angesichts der Abschaffung unserer bürgerlichen Freiheiten und fundamentaler Menschenrechte ist nun ziviler Ungehorsam die einzig redliche Haltung. 

Das Gebot der Stunde ist der Aufbau einer alle Teile der Gesellschaft umfassenden Bürgerrechtsbewegung in entschiedener Opposition zu der autoritativen Anmaßung des Staates.

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